Epson baut Produktionsstätte für Tintenstrahldrucker auf den Philippinen

Seiko Epson hat sein Unternehmen um eine Produktionsstätte auf den Philippinen erweitert. Dort sollen vor allem Tintenstrahldrucker und LCD-Projektoren hergestellt werden. Schon im Oktober 2011 wurde angekündigt, dass in Lipa noch ein zweites neues Werk errichtet werden soll. Der Bau wurde nach guten Ausblicken auf die weitere Entwicklung auf dem internationalen Markt in Auftrag gegeben. Mit den neuen Kapazitäten will Seiko Epson seine bisherige Produktion von drei Millionen Einheiten bis zum Ende des Geschäftsjahres 2012 auf sechs Millionen Einheiten verdoppeln.

 

 

110 Millionen Dollar, 38.000 Quadratmeter und 2.000 neue Arbeitsplätze

Die Investitionssumme ist gigantisch. Allein für den Bau der zweiten Fabrik legt Epson rund 110 Millionen Dollar auf den Tisch. Damit sollen neue Produktionsflächen mit einer Größenordnung von 38.000 Quadratmetern und rund 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

 

Erwartetes Wachstum des Marktes für Tintenstrahldrucker

Als Begründung für diese Expansionsstrategie gibt Epson das erwartete Wachstum des Marktes für Tintenstrahldrucker an. Das soll vor allem aus der Nachfrage von gewerblichen Kunden und aus den Schwellenländern kommen. Eigens zur Bedienung dieser Kunden hat Epson gerade eben auch sein Produktportfolio erweitert. Den Schwerpunkt nehmen dabei die am gewerblichen Bedarf orientierten Tintenstrahldrucker und Multifunktionsgeräte der WorkForce Pro Serie ein. Auch eine ganze Palette von neuen Einsteigermodellen wurde bereits angekündigt.

 

Sinkende Umsätze und Erträge bei Epson

Ob diese Expansionspolitik Sinn macht, scheint angesichts der nach unten korrigierten Jahresprognose fraglich zu sein. Sie weist sinkende Umsätze und Erträge aus. Und das, obwohl das Epson Geschäft vom Nadeldrucker, über den Tintenstrahldrucker bis hin zum Scannern, TFT Panels und kompletten Computersystemen für japanische Kunden besonders breit gefächert ist. Für die beiden letzten Quartale des laufenden Geschäftsjahres wurde ein Umsatzrückgang in Höhe von 6,2 Prozent verzeichnet. Für das gesamte Geschäftsjahr wird im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 1,5 Prozent erwartet.

Für einen Teil der ausgefallenen Umsätze macht Epson die Folgen des Erdbebens im Frühjahr 2011 verantwortlich. Schon durch die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 wurde Epson hart getroffen. Das Unternehmen gibt die Umsatzrückgänge auf der eigenen Homepage zu und gibt zu Protokoll, dass gleichzeitig aber die Kosten der Werbung und der Transporte gestiegen sind. Das wären die Hauptgründe für die Senkung der Gewinnprognose. Als weitere Belastungen, die sich negativ auf die Gewinne auswirken, werden die Überflutungen am Produktionsstandort Thailand ins Feld geführt.

 

Epson zeigt sich dennoch optimistisch

Doch was die zukünftige Umsatzentwicklung betrifft, zeigt sich die Epson Führungsspitze optimistisch. Bis zum Frühjahr werden Umsatzsteigerungen im Tinten-Geschäft von drei bis vier Prozent vorausgesagt, die aber dennoch hinter den ursprünglichen Erwartungen weit zurückbleiben. Das bedeutet, dass auch die aktuellen Investitionen des Unternehmens recht riskant sind.

Epson WorkForce WF-7525 DruckerpatronenDoch hier sollte man bei der Bewertung auch mit berücksichtigen, dass Seiko Epson zu den Pionieren der Branche gehört und für ständige Innovationen sorgt. Das verschafft deutliche Wettbewerbsvorteile gegenüber den Herstellern, bei denen die Entwicklung eigener neuer Technologien ein Stiefkind in der Unternehmenspolitik ist. Und was Epson da leistet, beweist gerade die bereits erwähnte WorkForce Pro Reihe, die vor allem durch die Kombination an hoher Leistung und geringen Unterhaltskosten punkten kann. Das hatte auch die B-Reihe der Tintenstrahldrucker schon im Jahr 2008 unter Beweis gestellt. Positiv dürfte sich zusätzlich noch die enge Kooperation mit Lexmark auswirken. Epson hatte seine Wettbewerbsfähigkeit auch mit der Markteinführung der Serie der ME-Tintenstrahldrucker auf dem chinesischen Markt und der Serien L100 sowie L200 auf dem Markt von Indonesien.

 

Produktionsstätten an verschiedenen Standorten sind wichtig

Und gerade das Erdbeben in Japan hat gezeigt, wie wichtig es ist, Produktionsstätten an verschiedenen Standorten zu haben. Dadurch ist bei Seiko Epson nicht die gesamte Produktion zum Erliegen gekommen. Das gilt analog auch in Bezug auf die Überflutungen in Thailand. Hinzu kommt, dass gerade an diesem Standort niedrige Kosten für Löhne und Pachten zu Buche schlagen, die einen weiteren Wettbewerbsvorteil durch eine kundenfreundliche Preisbildung mit sich bringen.

 

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